David Reed

You look good in blue

David Reed You look good in blue
26.1.
31.3.2002
Kunstverein Hannover

In einer groß angelegten, einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren seines Schaffens umfassenden Ausstellung, die gemeinsam mit dem Kunstmuseum St. Gallen konzipiert wurde, zeigt der Kunstverein Hannover als Auftakt des Jahresprogramms 2002 Werke des amerikanischen Malers DAVID REED (*1946). Reed zählt zusammen mit Philip Taaffe, Jonathan Lasker oder Bernard Frize zu den profiliertesten Positionen auf dem Feld der aktuellen Malerei. David Reeds überwiegend großformatige Gemälde sind geprägt von einer weit ausgreifenden Reflexion unterschiedlichster Epochen und Stile. So finden sich Anklänge an die Malerei des Barock mit ihrem magischen Licht, an das Rokoko mit seiner Vorliebe für das Ornament, den amerikanischen abstrakten Expressionismus, ebenso wie an die Minimal-Art mit ihrem perfekten Farbauftrag. Reed entwirft auf zumeist extremen Querformaten verführisch bunt schimmernde Farbschlaufen, die zugleich flach wie Zelluloid und von schillernder Tiefe erfüllt scheinen. Die teilweise an sequenzartige Friese erinnernden Bilder eröffnen unerwartete, cinemascopisch wirkende Weiten und Räume. Eine entscheidende Anregung bezieht der Künstler aus dem Medium des Films und seiner Fähigkeit, Bilder zu entwerfen, die Illusion sind und doch realer als die Wirklichkeit selbst wirken. Die Grenze zum Tafelbild durchbricht Reed mit seinen berühmten Inszenierungen zu Hitchcocks Filmklassiker “Vertigo”, in denen der Künstler Schlafzimmersettings in die Ausstellungsräume verlegt und mit eigenen Bildern verknüpft. Während die Kunst der Moderne das Geviert des Bildes stets mit der Suche nach Autonomie und Absolutheit verknüpft hatte, ordnet es Reed so wieder in den Strom der Bilder ein, die uns die Alltagswelt liefert.

David Reed 	»Judy’s Bedroom«, 1992
David Reed »Judy’s Bedroom«, 1992
David Reed
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