The Absence of Mark Manders

The Absence of Mark Manders
16.10.
25.11.2007
Kunstverein Hannover

Seit Ende der 80er Jahre entwickelt Mark Manders installativ-skulpturale Arbeiten, die als Fragmente eines Selbstporträts in Form imaginärer Räume angelegt sind. Der 1968 geborene Holländer hat sich mit seinen Auftritten bei der XXIV. Biennale in São Paolo (1998), der Biennale in Venedig (2001) und der Documenta XI (2002) eine der profiliertesten und eigenständigsten Positionen innerhalb internationaler skulpturaler Praxis erarbeitet. Ausgehend von der bereits 1986 entstandenen, modellhaft-paradigmatischen Arbeit „Self-Portrait as a Building“, ist sein gesamtes Werk als groß angelegter Versuch zu begreifen, die eigene Existenz, die eigene biografische Entwicklung in wortlose, assoziative Erinnerungsräume zu übersetzen. Der Entwurf des Ichs als Architektur, als Gebäude führt zu einer künstlerischen Praxis, die Skulptur als räumliche Materialisierung abstrakter und ganz persönlicher Gedanken, Empfindungen und Emotionen begreift. Wie surreale dreidimensionale Bilder gruppieren sich Schornsteine, gemauerte Wände, übergroße modellierte Ratten, Tische, Stühle, Zeitungen und eine Fülle kleiner persönlicher Gegenstände zu zeitenthobenen „Stillleben mit gebrochenen Momenten“. Das Wagnis und zugleich die Qualität dieser Arbeit besteht in dem Verzicht auf jegliche Anbindung an die Grammatik autonomer Plastik der Moderne bis hin zum Minimalismus. Manders´ Werk sucht den skulpturalen Punkt, an dem das radikal Persönliche seines nahezu immer handgefertigten Dinginventars gleichzeitig ganz zu sich kommt und andererseits – als radikales Selbstporträt – auch eine allgemeine Bedeutung gewinnt. In diesem Werk mit seiner stetig wachsenden Zahl von Ich-Räumen entsteht eine Enzyklopädie von melancholischen, bisweilen auch unheimliche Züge aufweisenden Gedanken- und Erinnerungsarchitekturen eines Ichs, das gleichzeitig an- und abwesend ist. In diesen Gedankenräumen voller Echos und Widerhall verbinden sich Präsenz und Verschwinden zu einem faszinierenden, zwischen Traum und Alptraum angesiedelten Parcours durch eine Welt voller Rätsel und Paradoxien. Für seine bislang umfassendste Ausstellung in Deutschland entwickelt Mark Manders eine neue zentrale raumbezogene installative Setzung, die in Kombination mit Arbeiten von 1990–2005 einen gültigen Blick auf das bisher entstandene Gesamtwerk ermöglicht. Nach ihrem Auftakt in Hannover reist die Schau in die Kunsthalle in Bergen (11.1.–24.2.2008), das SMAK in Gent (Belgien, 12.12.2008–22.2.2009) und das Kunsthaus Zürich (20.3.–14.6.2009).

	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2007