Jacqueline Doyen

Preis des Kunstvereins Hannover 2009

Jacqueline Doyen Preis des Kunstvereins Hannover 2009
31.1.
1.3.2009
Kunstverein Hannover

Mit Claudia Kapp und Jacqueline Doyen zeigt der Kunstverein Hannover in einer Doppelausstellung die Werke der beiden Trägerinnen des „Preis des Kunstvereins“ 2006. Der Schwerpunkt der repräsentativen Werkübersicht liegt auf Arbeiten die während ihres zweijährigen Aufenthalts im Atelierhaus des Kunstvereins Hannover, in der Villa Minimo entstanden sind.

Jacqueline Doyen untersucht in ihren Skulpturen, Collagen und Performances die skulpturale Dimension nonverbaler Kommunikation, deren gesellschaftlich oder medial geprägte Bedeutung sie sukzessive freilegt. So isoliert sie beispielsweise aus verschiedenen Zeitungen und Magazinen einzelne Protagonisten aus dem jeweiligen Kontext und lenkt den Blick auf jene Körperhaltungen und Gesten, in denen sich Klischees und Automatismen offenbaren. Aus diesem umfangreichen Bildarchiv erstellt Doyen in L´éboration de la spontanéité (2007/2008) anhand beiläufig anmutender Aufnahmen von Politikern und Prominenten eine Grammatik von Gesten, die als symbolhaft-pathetische Zeichen funktionieren und der Rhetorik der Macht zugrunde liegen.
Die innige Verknüpfung von Körper- und Bildrhetorik, Wahrnehmung und Projektion ist auch ein wesentliches Merkmal ihrer skulpturalen Arbeiten. Anhand weniger Schnittstellen umschreiben die Doyenschen Skulpturen die Negativform ihrer destillierten Körperbilder. Die industriell hergestellt wirkenden Objekte mit sanften Polsterungen erinnern an medizinische Apparate oder seltsame Sportgerät, die sowohl als autonome Skulptur existieren, wie auch im Zustand ihrer „Benutzung“. Nur während der Performance offenbart sich das, was das zurückgelassene Objekt im Ausstellungsraum verspricht: beispielsweise jedermann in die Starposition von Faye Dunaway am Pool des Beverly Hills Hotels zu bringen. Während in der postmodernen Bildproduktionsmaschinerie die Entstehungsgeschichte von Stars beseitigt wird, macht Doyen „begreifbar“, welche Prägungen, Stereotype und Muster jeglicher Formung von Persönlichkeit zugrunde liegen.

Jacqueline Doyen 	»Salto«, 2008
Jacqueline Doyen »Salto«, 2008
	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2009
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2009
	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2009
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2009
	Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2009
Ausstellungsansicht Kunstverein Hannover, 2009