Ulla von
Brandenburg

Drinnen ist
nicht Draußen

Ulla von Brandenburg Drinnen ist nicht Draußen
5.4.
22.6.2014
Kunstverein Hannover

Ulla von Brandenburg hat bis heute ein komplexes und charakteristisches OEuvre entwickelt, dem sich der Kunstverein Hannover mit einer umfassenden Ausstellung widmet. In ihren Filmen, Installationen, Performances und Zeichnungen verwendet von Brandenburg Methoden und Vorgangsweisen des Theaters, um sich mit gesellschaftlichen, sozialen und historischen Fragen auseinanderzusetzen. Facetten des Bühnenhaften und Theatralischen werden zu Metaphern des menschlichen Zusammenlebens, in denen die Trennung zwischen Akteur und Zuschauer und Akteur, Realität und Illusion immer wieder aufgelöst wird.

Im Zentrum der Arbeit von Ulla von Brandenburg stehen meist Filme, die sie mit Theatervorhängen, Architekturen oder Wandmalereien in eine räumliche Gesamtinszenierung integriert. Der Betrachter betritt im Ausstellungsraum damit jeweils bühnenartige Installationen, die ihn in das surreal anmutende Setting der Filme hineinziehen. Die in den Schwarz-Weiß-Filmen gesungenen Dialoge sowie die rätselhaften Szenen und Handlungen beinhalten eine Vielzahl an kulturhistorischen Referenzen und Hinweisen auf gesellschaftliche Fragestellungen.

Zentrale Motive in den Arbeiten Ulla von Brandenburgs sind der Spiegel und der Schatten. Beide verwendet sie in verschiedensten Techniken, so auch in Form der für ihr Werk charakteristischen Scherenschnitte und Schattenspiele, mit denen sie die Wirklichkeitsebenen und Grenzbereiche zwischen Sein und Schein auslotet. Der Spiegel an sich ist ein wiederkehrendes Sinnbild sowohl für die bildende wie auch die darstellende Kunst. So lässt sich Schauspiel oder Theater als Abbild verstehen, das der Realität unseres Lebens den »Spiegel « vorhält. Ulla von Brandenburgs Installationen sind Allegorien über das Theater als Sinnbild des Lebens und über den vielschichtigen Zusammenhang von Theater und Realität, Illusion und Reflexion. Sie lässt uns hinter die Bühne des Lebens blicken, ohne die Faszination des eigenen Spiels zu zerstören. Mit jedem Bild, das von Brandenburg als Illusion, als Schatten oder Spiegelbild entlarvt, entsteht ein ebenso vielschichtiges neues. Wir erfahren die Filme und räumlichen Inszenierungen wie ein Spiegelkabinett, dessen Bilder mehrdimensional in verschiedene Richtungen reflektieren und den Betrachter in seine Mitte nehmen.

Der neuste Film »Die Straße« (2013) verfolgt in einer einzigen ungeschnittenen Einstellung Szenen auf einer Straße, die von Brandenburg in einer ephemeren Kulissenstadt aus weißen Leinwänden unter freiem Himmel in Szene gesetzt hat. In der Ausstellung im Kunstverein Hannover wird »Die Straße« mit früheren Filmen und Installationen zu einer Inszenierung in mehreren Akten ergänzt. »Wagon Wheel« (2009), »The Objects« (2009), »Shadowplay« (2012), »Eigenschatten« (2013) und »Spiegellied« (2012) fügen sich mit ortsspezifischen Wandarbeiten und Rauminstallationen zu einer umfassenden Gesamtausstellung, die verschiedene Aspekte im jüngeren Werk von Ulla von Brandenburg hervorhebt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der in Kooperation mit der Secession in Wien herausgegeben wird.

Besucherinformation lesen

17.00 Uhr
Themenabend »Zirkus«

Eine Zusammenarbeit von Literaturhaus Hannover, Kino im Künstlerhaus und Kunstverein Hannover

17.00 Uhr
Film: »I clowns« (1970), Federico Fellini
Kino im Künstlerhaus

18.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung Ulla von Brandenburg »Drinnen ist nicht Draußen«
Kunstverein Hannover

19.00 Uhr
Künstlerfilm: »Le grand cirque Calder 1927« (1955) zu Alexander Calders »Zirkus«, directed by Jean Painlevé
Kunstverein Hannover

19.00 Uhr
Film: »La strada« (1954), Federico Fellini
Kino im Künstlerhaus

19.30 Uhr
Lesung: Margriet de Moor liest aus ihrem aktuellen Roman »Mélodie d’amour«
Literaturhaus Hannover

21.00 Uhr
Film: »Freaks« (1932) Tod Browning
Kino im Künstlerhaus

Kombiticket 12 €
für alle Veranstaltungen des Themenabends in drei Institutionen

weitere Veranstaltungen

19.00 Uhr
Vortrag: Die Kamera als Akteur – Anlässe für eine Theorie des celebritive turn

Vortrag von Kolja Reichert (* 1982, lebt in Berlin)
freier Autor und Journalist. Er schreibt Essays und Ausstellungsrezensionen u. a. für Welt am Sonntag, frieze d/e, Die Zeit, Weltkunst und Tagesspiegel. 2012 wurde er mit dem ADKV-Art Cologne Preis für Kunstkritik geehrt.

alle Vorträge und Gespräche im Überlick

19.00 Uhr
Vortrag: Schattenzeiten

Vortrag von Prof. Dr. Ursula Panhans-Bühler
Kunsthistorikerin

alle Vorträge und Gespräche im Überlick

18.00 Uhr
Nacht der Museen 2014

Bildende Kunst trifft Theater
Die Künstlerin Ulla von Brandenburg (*1974) arbeitet an der Schnittstelle von Bildender Kunst und Theater. In der Ausstellung »Drinnen ist nicht Draußen« präsentiert der Kunstverein Hannover ihre Filme, Zeichnungen, Installationen und Wandarbeiten als eine Gesamtinszenierung in mehreren Akten.

19.00, 21.00, 23.00 Uhr
Kurzführungen durch die Ausstellung von Ulla von Brandenburg

19.30, 22.00 Uhr
Schatten-Zirkus
Das Ensemble des renommierten Schattentheaters Vagantei Erhardt zeigt für Groß und Klein mit Spiel, Sprache, Musik und unterschiedlichen Techniken, Auszüge aus ihren Stücken »Hereinspaziert« und »Tingeltangel«.

18.00 – 22.00 Uhr
Kinderkunstrallye (für Kinder von 6 –12 Jahren)
Die Ausstellung nicht nur sehen, sondern erleben: Mit Stift, Papier und Bastelmaterial aktiv erforschen, am Ende kann eine Überraschung mit nach Hause genommen werden.

19.00 – 24.00 Uhr
Talking Labels
Unsere »sprechenden Titelschilder« stehen während der Nacht der Museen für Fragen und Gespräche rund um die Ausstellung zur Verfügung.

18.00 – 24.00 Uhr
Sonderschmaus
Gaumenfreuden aus Gottfrieds Restaurant – bekannt aus unserer kulturellen Mittagspause »Augenschmaus«.

Ein Ticket, 21 Häuser, 7 Euro
Der Eintritt ist im Ticketpreis zur Nacht der Museen enthalten.
Tickets ab sofort am Empfang des Kunstvereins Hannover erhätlich.
Jeder Käufer eines solchen Tickets erhält eine exklusive Nacht der Museen-Briefmarke der Citypost.
Freier Eintritt für Kinder bis 14 Jahren

alle Veranstaltungen im Überblick

Ulla von Brandenburg  	»Zelt«, 2013 / »Shadowplay«, 2012
Ulla von Brandenburg »Zelt«, 2013 / »Shadowplay«, 2012
Ulla von Brandenburg  	»Eigenschatten I–V«
Ulla von Brandenburg »Eigenschatten I–V«
Ulla von Brandenburg  	»Shadowplay«, 2012
Ulla von Brandenburg »Shadowplay«, 2012
Ulla von Brandenburg  	»Die Straße«, 2013
Ulla von Brandenburg »Die Straße«, 2013
Ulla von Brandenburg  	»Die Straße«, 2013
Ulla von Brandenburg »Die Straße«, 2013
Ulla von Brandenburg  	»Die Straße«, 2013
Ulla von Brandenburg »Die Straße«, 2013
Ulla von Brandenburg  	»Wagon Wheel«, 2009
Ulla von Brandenburg »Wagon Wheel«, 2009
Ulla von Brandenburg  	»Spiegellied I+II«, 2012
Ulla von Brandenburg »Spiegellied I+II«, 2012
Ulla von Brandenburg  	»Kostüm des Banditen Gasparone«, 2013
Ulla von Brandenburg »Kostüm des Banditen Gasparone«, 2013
Ulla von Brandenburg  	»Kostüm mit Bändern«, 2013
Ulla von Brandenburg »Kostüm mit Bändern«, 2013