Digital Archives

Arno Auer, Christoph Faulhaber, Ingo Günther, Ryoji Ikeda, !Mediengruppe Bitnik, Yann Mingard, Trevor Paglen, Superflux

Digital Archives Arno Auer, Christoph Faulhaber, Ingo Günther, Ryoji Ikeda, !Mediengruppe Bitnik, Yann Mingard, Trevor Paglen, Superflux
12.3.
29.5.2016
Kunstverein Hannover

Die Infrastruktur moderner Gesellschaften ist zum größten Teil vom Fluss der Datenströme abhängig. Unsere Daten werden in Clouds gespeichert und auf Serverfarmen gepflegt. Die Datenbank als digitales Archiv steht sowohl für die Erkenntnispotentiale wie Informationsexzesse einer Medienkultur, in der die Sammlung, Verwaltung und Auswertung von digitalen Informationen einen immer höheren Stellenwert erhält. Gewaltige Subventionen, private und öffentliche Arbeitskraft sowie unternehmerisches, staatliches und militärisches Kapital fließen in die Generierung, Erfassung und Analyse von Daten. Immer dringlicher stellt sich die Frage, wer über welche Daten verfügt, wie diese weiterverarbeitet werden und wie sich dadurch ökonomische Machtgefüge und gesellschaftliche Konzepte von Privatsphäre, Wissen und Verantwortung verändern?

Vor diesem Hintergrund versammelt die Gruppenausstellung »Digital Archives« Werke, die sich auf vielschichtige Weise mit der vernetzten Welt und den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Zirkulation, Archivierung und Verarbeitung digitaler Informationen auseinandersetzen. Neben den Daten- und Kommunikationsströmen globaler Netzwerke werden höchst komplexe und unsichtbare Formen politischer und ökonomischer Machtverschiebungen ebenso thematisiert wie die allgegenwärtige Überwachung und Zensur offengelegt und reflektiert. Parallel zur CeBIT und HANNOVER MESSE 2016 rückt die Ausstellung im Kunstverein Hannover zum zweiten Mal Möglichkeiten, Visionen und Gefahren des digitalen Wandels in den Mittelpunkt.

»Digitale Besucherinformation«

19.00 Uhr
Kunstsalon im Kunstverein
Während der Umbaupause:

»Mehr Sehen? Ein Gespräch über Formen von Ausstellungen,
Erwartungshaltungen und Hintergründe«
ein Gespräch mit Christina Végh, Dr. Reinhard Spieler und Kathleen Rahn moderiert von Bettina Steinbrügge

Mitten in der Umbaupause lädt der Kunstverein Hannover zu einem »Kunstsalon« der besonderen Art – die drei DirektorInnen Christina Végh (Kestner Gesellschaft), Dr. Reinhard Spieler (Sprengel Museum Hannover) und Kathleen Rahn (Kunstverein Hannover) werden mit Bettina Steinbrügge (Direktorin Kunstverein in Hamburg) auf Hintergründe von Ausstellungen, auch im Bezug auf ihre Vermittelbarkeit und Publikumsreaktionen, eingehen und diese diskutieren.

Nach vielfachen Besprechungen, Gesprächen und Reaktionen der jüngst zu sehenden Ausstellungen der Künstler Michael E. Smith (Kunstverein Hannover, 2015), Pierre Huyghe (Sprengel Museum, 2016) sowie Tobias Madison (Kestner Gesellschaft, 2016) in Hannover scheint ein Gespräch mit den »Ausstellungsmachern« über Hintergründe und Konzeptionen sowie die Nutzung des Ausstellungsraums eine Relevanz in dieser Stadt zu haben. Da sich der »Kunstsalon« als ein offenes Gesprächsforum versteht, freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen!

Die Institution neu zu denken und einen experimentellen Umgang mit dem Ausstellungsort zu pflegen hat in Hannover Tradition. Berühmt ist Hannover international durch den Kunsthistoriker Alexander Dorner und seine Idee, aus dem Museum ein »Kraftwerk« zu gestalten. Bereits in den 1920er-Jahren hatte er den Impuls, den Besucher in die Kunst eintauchen zu lassen und hierzu vermittelnde Angebote – damals beispielsweise Plattenspieler, die Texte wiedergaben – bereitzustellen. Seitdem ist viel passiert: Künstler haben nicht nur den Ausstellungsraum selbst bewegt und inszeniert, sondern gingen auf die Straßen, in die Landschaften oder ließen die »weiße Zelle« des Ausstellungsraums komplett leer. Der Begriff der Kunstinstitution befindet sich seither im stetigen Wandel. So lässt sich heutzutage nicht nur eine außergewöhnlich hohe Anzahl von Künstlerinnen und Künstlern verzeichnen, auch die Ausstellungsorganisation und der Beruf des »Ausstellungsmachens«, des Kuratierens hat sich gewandelt.

In dem Veranstaltungsformat »Kunstsalon im Kunstverein« wird seit knapp zwei Jahren über allgemeine Themen unserer Zeit diskutiert. Unabhängig von der Ausstellungsthematik werden verschiedene Personen eingeladen, um das ungezwungene Gespräch über bestimmte Themen anzuregen: so sprachen wir bisher mit Kulturschaffenden wie Ingo Metzmacher, Chris Dercon oder Norbert Jocks, aber auch die Theologin Prof. Dr. Dr. Wunn oder Dr. Gunter Dunkel (Vorstand, NORD/LB) führten und führen uns in ihre Überlegungen zum Wandel oder Status Quo des weiten Feldes der »Kultur« ein.

19.00 Uhr
Kunststoff
Das Forum des Kunstvereins Hannover für junge kunstinteressierte Menschen

Führung mit Kathleen Rahn (Direktorin)

Eintritt 3 € / Mitglieder frei


www.facebook.com/kunststoff.kunstverein.hannover

10.00–14.00 Uhr
Osterferien-Workshop
für Jugendliche von 12 bis 16 Jahren

»LICHTSPIELE: analog & digital«
Ob Stopptrick, Legespiel, Animation oder reine Lichtkunst – analog und digital kreieren und inszenieren wir Licht-(bilder) und projizieren diese raumgreifend in den Kunstverein. Mit den Künstlerinnen Anna Grunemann und Christiane Oppermann.

Materialkosten: 8 €

Anmeldung bis 7. März 2016

Anmeldung und Informationen:

19.00 Uhr
Die Automatisierung der Zukunft?
Ein Gespräch über die Algorithmisierung der Finanzmärkte und ihr Risiko mit Dr. Gunter Dunkel und Gerald Nestler

in Kooperation mit Basis Zwei: einer einjährigen Veranstaltungsreihe von Pit Noack

alle Vorträge und Gespräche im Überblick

19.00 Uhr
Kunstsalon im Kunstverein
mit Annette Kulenkampff (Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH)

»Die documenta – Geschichte, Hintergründe und Organisationsformen«
Ein Gespräch über die Neuausrichtung der documenta als Veranstaltungs- sowie Forschungsorganisation mit Annette Kulenkampff (Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH)

alle Veranstaltungen im Überblick

14.00–18.00 Uhr
Symposium
Potentiale und Herausforderungen des (digitalen) Archivierens – wie wird Information gesammelt und Wissen generiert?

Im Fokus des Symposiums stehen vier Nachlässe, die in besonderer Weise Wissen speichern, darstellen und vernetzen: Die Fragmente der Schriftstücksammlung »Mathematica« von Gottfried Wilhelm Leibniz, der Bilderatlas und die Bibliothek Aby Warburgs, der Zettelkasten Niklas Luhmanns und die Quellcodes Friedrich Kittlers.

Das Programmheft zum Symposium (Download)

Impulsreferate:
Paul Feigelfeld (Kultur- und Medienwissenschaftler, Leuphana Universität Lüneburg)
Dr. Katharina Hoins (Kunsthistorikerin, Warburg-Haus Hamburg)
Prof. Dr. Michael Kempe und Matthias Wehry
(Historiker und Bibliothekar, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Hannover)
Johannes Schmidt (Soziologe, Niklas Luhmann-Archiv, Bielefeld)

in Kooperation mit Basis Zwei: einer einjährigen Veranstaltungsreihe von Pit Noack

Ort des Symposiums ist der Joseph Joachim Saal der Stiftung Niedersachsen (Zugang über den Seiteneingang des Künstlerhauses oder den Kunstverein)

alle Veranstaltungen im Überblick

19.00 Uhr
Kunststoff: RaumKontakt II
Das Forum des Kunstvereins Hannover für junge kunstinteressierte Menschen

Vorstellungsrunde junger Kunst- und Kulturprojekte aus Hannover und der Region.

Eintritt 3 € / Mitglieder frei

www.facebook.com/kunststoff.kunstverein.hannover

19.00 Uhr
Dialogführung
mit Dr. Jürgen Rink (Chefredakteur c’t Digitale Fotografie)

10.00–13.00 Uhr
Keine Angst vorm Programmieren II
Workshop: Processing (Grafik und Animation)

Der Workshop richtet sich an interessierte Menschen – ohne Altersbeschränkung. Grundkenntnisse werden nicht vorausgesetzt! Wir werden die Grundlagen der Arbeit mit »Processing« kennenlernen und gemeinsam Schritt für Schritt eine einfache interaktive Grafikanwendung entwickeln, die sich an der im Kunstverein gezeigten Installation »datamatrix« von Ryoji Ikeda orientiert.

Konzipiert und durchgeführt von Pit Noack (Medienkünstler, Hannover)

Anmeldung bis 16. Mai 2016 an

Teilnahmegebühr jeweils 6 € / 4 € für Kinder und Mitglieder

Ingo Günther 	Installationsansicht Kunstverein Hannover, 2016
Ingo Günther Installationsansicht Kunstverein Hannover, 2016
Trevor Peglan 	Installationsansicht Kunstverein Hannover, 2016
Trevor Peglan Installationsansicht Kunstverein Hannover, 2016
Trevor Paglen 	»89 Landscapes«, 2015
Trevor Paglen »89 Landscapes«, 2015
Yann Mingard  	»Deposit«, 2009–2013 Installationsansicht, Kunstverein Hannover, 2016
Yann Mingard »Deposit«, 2009–2013 Installationsansicht, Kunstverein Hannover, 2016
Ryoji Ikeda 	Installationsansicht Kunstverein Hannover, 2016
Ryoji Ikeda Installationsansicht Kunstverein Hannover, 2016
Arno Auer  	»to be installed within reach of a public webcam (Hannover I)«, 2016 Installationsansicht, Kunstverein Hannover, 2016
Arno Auer »to be installed within reach of a public webcam (Hannover I)«, 2016 Installationsansicht, Kunstverein Hannover, 2016

Mit freundlicher Unterstützung
NORD/LB Kulturstiftung

Kooperationspartner
Deutsche Messe

Der Kunstverein wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover institutionell gefördert.
Das Jahresprogramm des Kunstvereins wird gefördert durch das Land Niedersachsen.