Susan Philipsz

Susan Philipsz
10.12.2016
19.2.2017
Kunstverein Hannover

Eröffnung: Freitag, 9. Dezember 2016, 20.00 Uhr

Die schottische Künstlerin Susan Philipsz (*1965, lebt und arbeitet in Berlin), die 2010 den Turner Prize erhielt, hat sich in den vergangenen Jahren mit ihren eindrucksvollen Sound-Installationen einen internationalen Namen gemacht. Seit zwei Jahrzehnten beschäftigt sich die in Glasgow geborene Künstlerin mit der Umgestaltung und Interpretation musikalischer Quellen vor dem Hintergrund ortsspezifischer Gegebenheiten.

Im Mittelpunkt ihres Interesses steht die Erkundung der skulpturalen Eigenschaften von Klang und von dessen emotionalen und physischen Auswirkungen. Ausgangspunkt sind die jeweiligen Eigenschaften jener öffentlichen oder institutionellen Räume, in denen sie ihre Werke verortet – deren Atmosphäre, Geschichte oder deren architektonische und akustische Gegebenheiten. So legen ihre Klangskulpturen Verborgenes und Übersehenes frei und eröffnen dem aufmerksamen Zuhörer einen intensivierten Blick auf die raumzeitlichen und kontextuellen Bedingungen der von ihr bespielten Orte.

In zahlreichen älteren Arbeiten setzte Philipsz ihre Stimme als Werkzeug ein und eignete sich geläufige Musik-Sequenzen – von alten Volksliedern bis zu berühmten Popsongs – an. Zugleich arbeitet die gelernte Bildhauerin mit akustischem Material wie Field Recordings, Radiosignalen oder instrumentalen Kompositionen. So bilden bereits existierende Musikstücke, die in Bezug zu vergangenen Kriegen oder Konflikten stehen, den Ausgangspunkt ihrer Installationen »Study for Strings« (2012) auf der letzten documenta, »Part File Score« (2014) im Hamburger Bahnhof oder »Night and Fog« (2016) im Kunsthaus Bregenz. Auf eindrückliche Weise rückt Philipsz darin anhand der Dekonstruktion und Neuanordnung von Klang existentielle Themen wie Vergänglichkeit, Abwesenheit, Erinnerung und Verlust in den Mittelpunkt und erzeugt eine nachhaltige akustische Erfahrung im Raum. »Klang«, so die Künstlerin, »ist zwar im materiellen Sinne unsichtbar, aber etwas sehr Intuitives und Gefühlvolles. Klang kann gleichzeitig einen Raum abstecken und die Erinnerung in Gang setzen.«

Susan Philipsz 	»The Distant Sound«, 2014
Susan Philipsz »The Distant Sound«, 2014

The Kunstverein is institutionally sponsored by the Culture Office of the State Capital of Hannover.

The Annual Program is supported by Land Niedersachsen.