Laura Bielau
Susann Dietrich
Claudia Piepenbrock
Christian Retschlag

Preis des Kunstvereins –
Atelierstipendium Villa Minimo 2015–2017

Laura Bielau Susann Dietrich Claudia Piepenbrock Christian Retschlag Preis des Kunstvereins – Atelierstipendium Villa Minimo 2015–2017
2.12.2017
28.1.2018
Kunstverein Hannover

Mit Laura Bielau, Susann Dietrich, Claudia Piepenbrock und Christian Retschlag präsentiert der Kunstverein Hannover in vier parallelen Ausstellungen Werke der ehemaligen Stipendiaten des Preis des Kunstvereins – Atelierstipendium Villa Minimo 2015–2017.

Die präzisen, sachlich, jedoch nie nüchtern wirkenden Fotografien von Laura Bielau (*1981 in Halle/Saale) sind eindrückliche ästhetische Recherchen, die von einem reflexiven Ansatz geprägt sind. Bielau entwickelt Fotografien über Fotografien. Sie arbeitet an einem erweiterten Bildbegriff, der die Geschichte der Fotografie und ihre eigene Beziehung zum Medium thematisiert. In Auseinandersetzung mit den verschiedenen fotografischen Genres sowie Film und Malerei lotet Bielau die Potentiale der Fotografie aus und reflektiert ihre eigene Arbeitsweise als Fotografin.

Susann Dietrich (*1984 in Weißenfels) arbeitet mit Fotografie, Grafik und Installation. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Herangehensweise bildet Dietrichs Archiv. Sie begreift es als ein dynamisches System, das nicht nur dem Sammeln, Ordnen und Erinnern dient, sondern durch Neukontextualisierung und Umdeutung ständige Erweiterung erfährt. Im Zusammenspiel von Licht und Schatten, im Verdichten von Strukturen zugunsten einer Auflösung des Motivs eignet sich Dietrichs Teile des Archivs fotografisch und skulptural an, die als abstrakte Formen in ihren Rauminstallationen wiederkehren.

Aus alltäglichen Materialien wie Schaumstoff, Keramik und Papier entwickelt Claudia Piepenbrock (*1990 in Paderborn) skulpturale Ensembles mit eigenwilliger Materialästhetik und eindringlicher Körperhaftigkeit. In experimentellen Arbeitsprozessen werden Materialien – bspw. gebrauchtes Papier – in ungewöhnliche Erscheinungsformen überführt und abstrakt wie organisch anmutende Skulpturen produziert, die Zufall und Kontrolle, Statik und Dynamik, Leichtigkeit und Schwere in sich vereinen.

Christian Retschlag (*1987 in Magdeburg) hinterfragt mit seinen Fotografien den Wahrheitsgehalt von Bildern. Bei der Motivwahl greift er zurück auf das kollektive Bildgedächtnis der westlichen Welt und spielt mit den Sehgewohnheiten der Betrachter. Mit akribischer Sorgfalt werden Szenerien von ihm arrangiert, bevor er sie ablichtet. Es entstehen inszenierte Projektionsflächen, deren pseudodokumentarischer Charakter sich erst auf den zweiten Blick offenbart und eine poetische wie humorvolle Wirkung entfaltet.

Christian Retschlag 	»Lilienthal«, 2016
Christian Retschlag »Lilienthal«, 2016