Beyond the Black Atlantic

Sandra Mujinga, Paulo Nazareth, Tschabalala Self, Kemang Wa Lehulere

Beyond the Black Atlantic Sandra Mujinga, Paulo Nazareth, Tschabalala Self, Kemang Wa Lehulere
15.2.
26.4.2020
Kunstverein Hannover

Die Thematisierung der westlich-eurozentrischen, oftmals von Vorurteilen behafteten Vorstellung von »Blackness« hat in den vergangenen Jahren aufgrund vielschichtiger Ereignisse weltweit an Aktualita?t und Brisanz hinzugewonnen. Überwunden geglaubte soziale Konflikte innerhalb westlicher Gesellschaften – wie beispielsweise in den USA – haben ein neues Bewusstsein bei den Akteur*innen der Black Community geweckt und gleichzeitig die Vorstellung einer globalen, polyphonen Schwarzen* Kultur, des »Black Atlantic«, in den Fokus gerückt. Der »Black Atlantic« wurde als Begriff vom englischen Soziologen Paul Gilroy 1993 eingeführt. Sein Buch gilt als Schlüsselwerk der zeitgenössischen Forschung zur Kultur und Politik der afrikanischen Diaspora in der westlichen Welt. Der Untertitel seines Buches »Modernität und Doppeltes Bewusstsein« definiert die Reichweite, die mit dem Begriff verbunden ist. Die These lautet, dass Kolonialismus, Sklaverei und verwandte Formen von Zwangsarbeit, die nach ihrer Abschaffung eingesetzt wurden, den »Fortschritt« erst möglich gemacht haben. Der »Black Atlantic« endete nicht schon mit der Abschaffung der Sklaverei, sondern erstreckt sich auch auf ihre Nachwirkungen in Afrika und in den ehemaligen Sklavengesellschaften Amerikas, aber auch in den Metropolen der europäischen Kolonialreich: Exotismus, Vorurteile, Diskriminierung, soziale Ungleichheit, Rassismus.

Schwarze Kultur ist gemeinschaftsstiftend, weil sie koloniale Amnesie hinterfragt und damit ein radikales Umdenken unserer westlichen Gesellschaften einfordert. Allzu oft wurden und werden schwarze Künstler*Innen eindimensional als Vertreter*Innen ihrer Community rezipiert und damit marginalisiert. Diese Ausstellung will unterschiedliche künstlerische Positionen zeigen, die Fragen aufwerfen, die für die Mehrheitsgesellschaft relevant sind: Vielschichtigkeit von Identitäten, die Ambivalenz von Sichtbarkeit und Transparenz, die Verdrängung von Geschichte im Unterrichtswesen, um nur einige wenige zu nennen. Sie entstehen vor dem Hintergrund des Black Atlantic, weisen aber formal und inhaltlich darüber hinaus.

Die eingeladenen Künstler*innen Sandra Mujinga (*1989, Goma, Demokratische Republik Kongo, lebt in Berlin und Oslo), Paulo Nazareth (*1977, Governador Valadares, Brasilien, lebt in Belo Horizonte), Tschabalala Self (*1990, Harlem, USA, lebt in New York City) und Kemang Wa Lehulere (*1984, Kapstadt, Südafrika, lebt in Johannesburg und Kapstadt) reflektieren in ihren Arbeiten die nach wie vor diffizile Beschäftigung mit den Aspekten Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft und sexuelle Orientierung in ihren jeweiligen Heimatländern und sind gleichzeitig qua eigener Herkunft unmittelbare Akteur*innen und Zeug*innen des steten Wandels hinsichtlich der gesellschaftlichen Betrachtung der Black Community.

Während der Ausstellungszeit wird der Kunstverein Gastgeber einer von der VolkswagenStiftung geförderten »Summer School« sein. Die einwöchige Konferenz mit dem Titel »Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic« wird mit einer hochkarätigen, internationalen Auswahl an Wissenschaftler*innen besetzt sein. Die Ausstellung und die Summer School werden zudem von einem Filmprogramm im Kommunalen Kino im Künstlerhaus begleitet. In Form eines Lehrseminars und wissenschaftlicher Vorträge findet eine Kooperation mit dem Studiengang »Atlantic Studies in History, Culture and Society« der Leibniz Universität Hannover statt. Mit dem beschriebenen Konzept und Rahmenprogramm soll der Kunstverein Hannover einmal mehr Spielstätte für einen fruchtbaren interdisziplinären Austausch sein.

Während der gesamten Laufzeit der Ausstellung findet zudem im Koki – Kino im Künstlerhaus ein breit gefächertes Filmprogramm zur Thematik des »Black Atlantics« statt.

15.00–16.00 Uhr
FÄLLT AUS: Feiertagsführung

Feiertagsführung durch die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«.

15.00–16.00 Uhr
FÄLLT AUS: Feiertagsführung
durch die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«

Bekommen Sie einen Einblick in die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«.

15.00–16.00 Uhr
FÄLLT AUS: Feiertagsführung

Feiertagsführung durch die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«.

FÄLLT AUS: Summer School

Konferenz der Leibniz Universität Hannover im Kunstverein Hannover.
Das Programm im Überblick finden Sie hier
Di. 14.04. Institutionspolitik
19.00–20.30 Uhr Roundtable »Beyond the Black Atlantic«
Mi. 15.04. Kulturelles Erbe
19.00–20.30 Uhr Roundtable zur Ausstellung »Voodoo« im Roemer- und Pelizaeus-Museum
Do. 16.04. Materialkultur
16.00–17.30 Uhr Roundtable »Materielle Kultur und Provenienzforschung«
19.00–20.30 Uhr Vortrag »Dak’Art 2020«
Sa. 18.04. Privatsammlungen und museale Institutionen
14.00–15.30 Uhr Roundtable »Privatsammlungen und Ausstellungspolitik«
16.30 –18.00 Uhr Vortrag »Afrikanische Kunst in Deutschland«

19.00–20.30 Uhr
FÄLLT AUS: Roundtable »Institutionspolitik«
Summer School: Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic

Roundtable »Beyond the Black Atlantic« u.a. mit Sergey Harutoonian (Kurator, Kunstverein Hannover) und Prof. Dr. Roberto Conduru (Kunsthistoriker, Kurator, SMU Meadows School of Arts)

12.30–13.00 Uhr
FÄLLT AUS: Augenschmaus im Kunstverein

Kurzführung durch die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic« (ca. 30 Min.) mit anschließender Suppe Kösters Hausgemachte Köstlichkeiten.

19.00–20.30 Uhr
FÄLLT AUS: Roundtable »Kulturelles Erbe«
Summer School: Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic

Roundtable zur Ausstellung »Voodoo« im Roemer- und Pelizaeus–Museum mit David Frohnapfel (Post-Doc, FU Berlin), Oliver Gauert (Kurator, Roemer- und Pelizaeus-Museum, Hildesheim), Prof. Dr. Romuald Tchibozo (Kunsthistoriker, Université d’Abomey-Calavi, BJ), Dr. Sterlin Ulysee (Direktor, Institute d’Histoire de l’Art, UEH Port-au-Prince, HT) und Barbara Prézeau-Stephenson (Künstlerin und Kunsthistorikerin, Port-au-Prince, HT)

16.00–17.30 Uhr
FÄLLT AUS: Roundtable »Materialkultur«
Summer School: Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic

Roundtable »Materielle Kultur und Provenienzforschung« mit Dr. Claudia Andratschke (Kuratorin, Landesmuseum Hannover) und Dr. Marcelo da Cunha (Direktor, Museum Afro-Brasileiro, Salvador da Bahia, BR)

19.00–20.30 Uhr
FÄLLT AUS: Vortrag »Materialkultur«
Summer School: Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic

Vortrag »Dak’Art 2020« von El Hadji Malick Ndiaye (Kurator, Théodore Monod Museum of African Art, Dakar/Senegal, und Leiter der Dakar-Biennale 2020)

15.00–18.00 Uhr
FÄLLT AUS: Open Space

Die Mitmach-Werkstatt mitten in der Ausstellung für alle Altersgruppen. In thematischer Anknüpfung an die Ausstellung werden wöchentlich jeweils andere künstlerische Techniken angeboten.

ohne Anmeldung, Einstieg jederzeit möglich
Materialgebühr 3 € pro Person / unter 18 Jahren 1 €

Weitere Informationen

12.30–13.30 Uhr
FÄLLT AUS: Kunsttauchkurs
Klamotten u.a. Stofflichkeiten // für Kinder im Alter von 5–8 Jahren

Spielerisches Eintauchen in die Ausstellung mit einer Künstlerin.

5 € / 3 € für Mitglieder-Kinder

Information / Anmeldung:
kinder@kunstverein-hannover.de

alle Kunsttauchkurse auf einen Blick

14.30–16.00 Uhr
FÄLLT AUS: Kunsttauchkurs
Kleiderwesen im Aufstand // für Kinder im Alter von 8–11 Jahren

Spielerisches Eintauchen in die Ausstellung mit einer Künstlerin.

5 € / 3 € für Mitglieder-Kinder

Information / Anmeldung:
kinder@kunstverein-hannover.de

alle Kunsttauchkurse auf einen Blick

16.30–18.00 Uhr
FÄLLT AUS: Roundtable »Privatsammlungen und museale Institutionen«
Summer School: Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic

Roundtable »Privatsammlung und Ausstellungspolitik« mit u.a. Dr. Alexis von Poser (Stellv. Direktor, Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen in Berlin)

16.30–18.00 Uhr
FÄLLT AUS: Vortrag »Privatsammlungen und museale Institutionen«
Summer School: Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic

Vortrag »Afrikanische Kunst in Deutschland« von Prof. Dr. Rumuald Tchibozo (Kunsthistoriker, Université d’Abomey-Calavi, BJ)

15.00–16.00 Uhr
FÄLLT AUS: Sonntagsführung
durch die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«

Bekommen Sie einen Einblick in die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«.

12.30–13.00 Uhr
Augenschmaus im Kunstverein

Kurzführung durch die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic« (ca. 30 Min.) mit anschließender Suppe von Kösters Hausgemachte Köstlichkeiten.

19.00–22.00 Uhr
Vortrag von Dr. Yvette Mutumba und Julia Grosse

*»Access all Areas: Ansätze für ein Kunstmagazin jenseits des ‚global art hype‘« *
Ein Vortrag von Dr. Yvette Mutumba und Julia Grosse (Herausgeberinnen »Contemporary And« Online Magazin zu zeitgenössischer Kunstpraxis, reflektiert aus afrikanischer Perspektive

15.00–18.00 Uhr
Open Space

Die Mitmach-Werkstatt mitten in der Ausstellung für alle Altersgruppen. In thematischer Anknüpfung an die Ausstellung werden wöchentlich jeweils andere künstlerische Techniken angeboten.

ohne Anmeldung, Einstieg jederzeit möglich
Materialgebühr 3 € pro Person / unter 18 Jahren 1 €

Weitere Informationen

Kunststoff
Sound Mapping

Erlebt die Ausstellung ganz neu anhand von den Künstler*innen ausgewählten musikalischen Beiträgen.

15.00–16.00 Uhr
Sonntagsführung
durch die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«

Bekommen Sie einen Einblick in die Ausstellung »Beyond the Black Atlantic«.

Tschabalala Self »Leotard«, 2019
Tschabalala Self »Leotard«, 2019
Paulo Nazareth Untitled (from Genocide in América series), 2015
Paulo Nazareth Untitled (from Genocide in América series), 2015
Kemang Wa Lehulere »Gladiolus«, 2016
Kemang Wa Lehulere »Gladiolus«, 2016
Sandra Mujinga »Nocturnal Kinship«, 2019
Sandra Mujinga »Nocturnal Kinship«, 2019