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    AERNOUT MIK I Shifting Shifting


    8. Dezember 2007 - 03. Februar 2008

    Was uns Aernout Mik zu sehen gibt, bleibt umso mehr im Gedächtnis, als es trotz aller filmisch-narrativen Virtuosität strukturell immer unauflösbar rätselhaft ist.
    Der 1962 in Groningen geborene Holländer gehört spätestens seit dem Erfolg seiner Arbeiten „Reversal Room“, „Glutinosity“ und „Middlemen“ (alle 2001) zu den international anerkanntesten Videokünstlern seiner Generation. Seine über die Jahre immer komplexer werdenden Filme kreisen um das Verhältnis von Individuum und Masse, grundiert von einem Moment der Krise und des Kollapses unserer gesellschaftlichen Ordnung. In teilweise aufwändig konstruierten Sets und in der Regel mit Laiendarstellern inszeniert Mik einen Reigen latent katastrophischer Szenen mit tragikomischen Untertönen. Auf dem mit Papier übersäten Boden einer Börse starren ermattete Händler, teilweise durch Dummies verdoppelt, blicklos ins Leere. („Middlemen“, 2001). In einem Restaurant findet eine Prügelei statt, von der die übrigen Gäste aber seltsamerweise keine Notiz nehmen („Reversal Room“, 2001). Rettungskräfte, die bei einem schweren Busunfall im Einsatz sind, wirken nicht nur seltsam unkoordiniert und desorientiert, sie finden auch keine Verletzten („Refraction“, 2004), sondern stattdessen unbeaufsichtigte Schafherden, die sich stoisch ihren Weg durch das menschliche Chaos bahnen. In Aernout Miks von unaufhebbarer Unordnung und Unsicherheit geprägten Welt gibt es weder eine erkennbare Ursache für das hereinbrechende Chaos oder die immer wieder aufblitzenden Gewalttätigkeiten. Menschen erscheinen als kommunikationsunfähige Wesen, die fast somnambul in Tätigkeiten verstrickt sind, die, obwohl sie beinahe immer in größeren Gruppen stattfinden, nie wirklich aufeinander bezogen sind und im Grunde eine Beckettsche Sinn- und Ziellosigkeit ausstrahlen. Dies umso mehr, als der Künstler in all seinen künstlerischen Settings nicht nur konsequent das Prinzip von Ursache und Wirkung aushebelt, sondern auch die Linearität der Zeit in ein zyklisch-zähes, stillstehendes Kreisen verwandelt. Ihre zwingende räumliche Form gewinnen diese latent surrealen Investigationen über die unfassbare Struktur des Kollektiven durch eine Inszenierung, die konsequent die üblichen Black-Box-Video-Präsentationsweisen unterläuft. In den Raum hineinlaufende, oft gekurvte, meist nur halb hohe Wände mit Rückprojektionen, die mit dem Boden abschließen, verbinden das bewegte Bild nicht nur schlüssig mit dem umgebenden Raum, sondern integrieren den Betrachter auch direkt in den Wirkungsbereich der Arbeit, ohne andererseits die Konstruiertheit der Szene zu leugnen.
    Erstmals in Deutschland zeigt der Kunstverein Hannover in der Ausstellung „Shifting Shifting" mit „Scapegoats", „Raw Footage", „Training Ground" und „Vacuum Room" zentrale Arbeiten Aernout Miks, die in den vergangen zwei Jahren entstanden sind. Die Ausstellung „Shifting Shifting" wurde vom Camden Arts Centre, London, in Zusammenarbeit mit The Fruitmarket Gallery, Edinburgh, der Kunsthalle Bergen, Norwegen, und dem Kunstverein Hannover organisiert.

    AERNOUT MIK I Shifting Shifting
    08.12.2007 – 03.02.2008
    Führungen: jeden Sonntag um 15 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
    Talking Label: Mitarbeiter des Kunstvereins beantworten Ihre Fragen zur Ausstellung
    jeden Sonntag von 16 bis 17 Uhr jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr
    Besucherinformationen:presse/2248_PM_AM.pdf
    Katalog:Informationen und Bestellmöglichkeit
    Unterstützt durch:Mondriaan Stiftung
    E.ON I Energie
    E.ON I IS
    Land Niedersachsen
    Der Kunstverein Hannover wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt institutionell gefördert.

    Begleitveranstaltungen zu dieser Ausstellung.




    THE ABSENCE OF MARK MANDERS

    Mark Manders: Silent Factory, 2000

    16. Oktober - 25. November

    Seit Ende der 80er Jahre entwickelt Mark Manders installativ-skulpturale Arbeiten, die als Fragmente eines Selbstporträts in Form imaginärer Räume angelegt sind. Der 1968 geborene Holländer hat sich mit seinen Auftritten bei der XXIV. Biennale in São Paolo (1998), der Biennale in Venedig (2001) und der Documenta XI (2002) eine der profiliertesten und eigenständigsten Positionen innerhalb internationaler skulpturaler Praxis erarbeitet. Ausgehend von der bereits 1986 entstandenen, modellhaft-paradigmatischen Arbeit „Self-Portrait as a Building“, ist sein gesamtes Werk als groß angelegter Versuch zu begreifen, die eigene Existenz, die eigene biografische Entwicklung in wortlose, assoziative Erinnerungsräume zu übersetzen. Der Entwurf des Ichs als Architektur, als Gebäude führt zu einer künstlerischen Praxis, die Skulptur als räumliche Materialisierung abstrakter und ganz persönlicher Gedanken, Empfindungen und Emotionen begreift. Wie surreale dreidimensionale Bilder gruppieren sich Schornsteine, gemauerte Wände, übergroße modellierte Ratten, Tische, Stühle, Zeitungen und eine Fülle kleiner persönlicher Gegenstände zu zeitenthobenen „Stillleben mit gebrochenen Momenten“. Das Wagnis und zugleich die Qualität dieser Arbeit besteht in dem Verzicht auf jegliche Anbindung an die Grammatik autonomer Plastik der Moderne bis hin zum Minimalismus. Manders´ Werk sucht den skulpturalen Punkt, an dem das radikal Persönliche seines nahezu immer handgefertigten Dinginventars gleichzeitig ganz zu sich kommt und andererseits – als radikales Selbstporträt – auch eine allgemeine Bedeutung gewinnt. In diesem Werk mit seiner stetig wachsenden Zahl von Ich-Räumen entsteht eine Enzyklopädie von melancholischen, bisweilen auch unheimliche Züge aufweisenden Gedanken- und Erinnerungsarchitekturen eines Ichs, das gleichzeitig an- und abwesend ist. In diesen Gedankenräumen voller Echos und Widerhall verbinden sich Präsenz und Verschwinden zu einem faszinierenden, zwischen Traum und Alptraum angesiedelten Parcours durch eine Welt voller Rätsel und Paradoxien. Für seine bislang umfassendste Ausstellung in Deutschland entwickelt Mark Manders eine neue zentrale raumbezogene installative Setzung, die in Kombination mit Arbeiten von 1990–2005 einen gültigen Blick auf das bisher entstandene Gesamtwerk ermöglicht. Nach ihrem Auftakt in Hannover reist die Schau in die Kunsthalle in Bergen (11.1.–24.2.2008), das SMAK in Gent (Belgien, 12.12.2008–22.2.2009) und das Kunsthaus Zürich (20.3.–14.6.2009).

    THE ABSENCE OF MARK MANDERS
    16.10.2007 – 25.11.2007
    Besucherinformationen:presse/2244_PM_Manders.pdf
    Katalog:Informationen und Bestellmöglichkeit
    Edition: Mark Manders, Still Live with Bent Pencil Point, 2000
    Unterstützt durch:Mondriaan Stiftung
    Stiftung der Sparkasse Hannover
    Land Niedersachsen
    Der Kunstverein Hannover wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt institutionell gefördert.

    Begleitveranstaltungen zu dieser Ausstellung.




    CROSSKICK/PLATTFORM #4


    Annika Behm: The Underpass, 2007

    14.–26.September 2007

    In Kooperation mit der Kunstakademie Malmø, Schweden
    CROSSKICK – ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

    Der Kunstverein Hannover versteht sich als Schnittstelle für die Vermittlung regionaler, nationaler und internationaler Gegen-wartskunst. Mit der seit 2004 jährlich stattfindenden Veran-staltungsreihe Plattform lenkt der Kunstverein das öffentliche Interesse auf den für den gesamten Kunstbetrieb außerordentlich bedeutsamen Zusammenhang von Ausbildung, Lehre und Ausstellungsvermittlung. Konzeptuell unterscheidet sich das Format Plattform von den üblichen Meisterschüler-Ausstellungen: Statt den Kunstverein als schlichten Abspielort zu benutzen, wird er in eine offene Workshop-Bühne verwandelt, die prozessualen Arbeiten und Diskussionsrunden einen besonderen Stellenwert einräumt. Um die Wahrnehmung herausragender künstlerischer Positionen in der niedersächsischen Kunstszene nachdrücklich zu stärken, war die Reihe Plattform bisher bewusst regional ausgerichtet.
    In Kooperation mit der international renommierten Kunstakademie Malmø (Schweden) wird Plattform #4 im September 2007 erstmals in einem internationalen Kontext realisiert. Plattform #4 reiht sich in die über zwei Jahre laufende Ausstellungsreihe CROSSKICK ein. Insgesamt 13 Kunstvereine partizipieren seit Mai 2006 an dem von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (ADKV) initiierten bundes-weiten Projekt. Bis November 2007 werden 30 europäische Kunsthochschulen vorgestellt und unterschiedliche Modelle der Ausbildung, Produktion und Vermittlung von Kunst in Ost- und Westeuropa zur Diskussion gestellt (www.crosskick.de).
    Die vom Kunstverein getroffene Auswahl von 21 skulpturalen, malerischen und fotografischen Positionen sowie mehreren Videoarbeiten bietet einen umfangreichen Einblick in den interdisziplinär ausgerichteten künstlerischen Studiengang. Zusammen mit dem von der Kunstakademie initiierten ausstellungs-begleitenden Workshopprogramm, das deren diskursorientierter Tradition entspricht und der Aufarbeitung hochschulspezifischer wie auch allgemeiner Fragen zur Situation von Lehre, Ausbildung und Vermittlung dient, entsteht eine umfassendes Abbild des Status Quo der Kunstakademie.

    CROSSKICK/PLATTFORM #4
    14.09.2007 – 26.09.2007
    Besucherinformationen:presse/2246_PM_Crosskick.pdf
    Unterstützt durch:Sparkasse Hannover
    gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes
    gefördert aus den Mitteln des Landes Niedersachsen
    Der Kunstverein Hannover wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt institutionell gefördert.

    Begleitveranstaltungen zu dieser Ausstellung.




    MADE IN GERMANY


    25. Mai - 26. August 2007

    Sprengel Museum Hannover – kestnergesellschaft – Kunstverein Hannover

    Die Ausstellung verfolgt das Ziel, die aktuelle künstlerische Produktion in Deutschland im Zusammenhang mit der breit gefächerten Internationalität der hiesigen künstlerischen Szene zu diskutieren. Der Titel „Made in Germany“ ist insoweit programmatisch zu verstehen, als er Fragen der künstlerischen Identität nicht mehr vorzüglich an die Herkunft und Biografie koppelt, sondern im Kontext des Produktionsstandortes verhandelt. Vor diesem Hintergrund wird die Untersuchung der Bedingungen und Möglichkeiten künstlerischer Arbeit in Deutschland zu einem wesentlichen Bestandteil des Gesamtprojekts.
    Made in Germany ist als Projekt angelegt, das – erstmals unter diesem Aspekt – künstlerische Arbeit in Deutschland als ein interdependentes Geflecht aus nationalen Standortbedingungen, jeweils unterschiedlichen biografischen und nationalen Spezifika und daraus resultierendem kulturellen Austausch sichtbar werden lässt. Um dieses Vorhaben in angemessener Breite umsetzen zu können, haben sich das Sprengel Museum, die kestnergesellschaft und der Kunstverein Hannover zu einer Kooperation zusammengeschlossen. Damit finden nicht nur – erstmals in der Geschichte dieser Häuser – die drei zentralen Institute zur Vermittlung moderner und zeitgenössischer Kunst in Hannover zu einem gemeinsamen inhaltlichen Vorhaben zusammen. Made in Germany ist als dialogische Ausstellung angelegt und wird insgesamt rund 50 künstlerische Positionen umfassen, davon jeweils rund die Hälfte Künstler deutscher beziehungsweise ausländischer Herkunft, die in Deutschland leben und arbeiten. Mit dieser paritätischen Verteilung bezieht die Schau einerseits dezidiert Stellung gegen das starre Raster von Nationalstaatlichkeit als Rahmen für künstlerische Produktion. Andererseits schafft die dialogorientierte Gegenüberstellung eine direkte Vergleichsmöglichkeit zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Positionen und ihren jeweils unterschiedlichen regionalen und biografischen Voraussetzungen und macht künstlerische Produktion in Deutschland als spannungsvolles Miteinander/Zusammenspiel von Identität und „Alterität“ kenntlich.

    Eine breite, diskursive Aufarbeitung des Themas wird der Katalog leisten, der neben einer vollständigen Dokumentation der Ausstellungsarbeiten und einem konzisen Überblick über das Gesamtwerk der teilnehmenden Künstler auch theoretische Grundlagentexte zu den ökonomischen, ästhetischen und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen des Projektes enthalten soll.

    MADE IN GERMANY
    25.05.2007 – 26.08.2007
    Besucherinformationen:presse/2247_PM_MiG.pdf
    Katalog:Informationen und Bestellmöglichkeit
    Unterstützt durch:Kulturstiftung des Bundes
    Niedersächsische Sparkassenstiftung
    Sparkasse Hannover
    Hannover Marketing GmbH
    Land Niedersachsen
    The Danish Arts Council
    Der Kunstverein Hannover wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt institutionell gefördert.

    Begleitveranstaltungen zu dieser Ausstellung.




    Stefan Jeep / Ho-Yeol Ryu

    Ho-Yeol Ryu Flughafen, 2005
    Stefan Jeep Reflection, 2004

    Preis des Kunstvereins Hannover 2004

    14. April 2007 – 13. Mai 2007
    Eröffnung am Freitag, den 13. April um 20 Uhr

    Mit Stefan Jeep (*1968) und Ho-Yeol Ryu (*1971) zeigt der Kunstverein Hannover die beiden Träger des Preis des Kunstvereins 2004 in einer Doppelausstellung, die die gesamten Räume des Kunstvereins umfasst. In ihrer jeweils ersten umfangreichen Einzelausstellung in einem überregionalen Ausstellungshaus zeigen die beiden Künstler im Wesentlichen die Ergebnisse ihres zweijährigen Aufenthaltes im Atelierhaus des Kunstvereins Hannover, Villa Minimo.

    Die Installationen, Skulpturen, Film- und Fotoarbeiten Ho-Yeol Ryus sind intelligente Vexierspiele, die unsere Wahrnehmung immer wieder neu auf die Probe und vor Rätsel stellen: Über Wiesen schwebende Wale in Bonbon-Farben, ein von Geisterhand nach einem einzigen Stoß sich leerender Billardtisch oder rhythmisch zum ‚Schwingen‘ gebrachte Leitplanken zeugen von dem traumwandlerischen Witz der Arbeiten Ryus. Ohne Schnitt und Montage werden einfachste Begebenheiten zu surrealen Geschichten und kippt der ruhig dahin fließende Alltag ins Absurde. Wobei immer wieder die unterlegte Tonspur – Musik ebenso wie Soundeffekte – das ins Irreale sich verabschiedende Geschehen auszulösen scheint. Die äußerst kurzen Filme speisen sich wesentlich aus der Realität und ihrer digitalen Manipulierbarkeit.
    Gleichberechtigt neben seinen Filmen, die sich bewusst der Ästhetik von Video-Clips oder Werbe-Trailern bedienen, stehen zum Teil raumgreifende Installationen, die digitale und analoge Medien bewusst ihrer technoiden Oberfläche entkleiden: Durch die geschickt verkanteten und asymmetrisch kaschierten Lichtkegel mehrer Diaprojektoren entsteht etwa ein ‚kubistisch‘ verzerrter Schattenriss, der jeden Besucher des Raumes in seine Einzelteile zerlegt.

    Stefan Jeeps Video- und Multimedia-Installationen halten unserer Welt einen Zerrspiegel zu. Seine Filminstallation „Choose 1“, 2004, präsentiert eine mit Leben prall gefüllte Welt. Vorstadt-Cowboys brettern mit ihren Fahrrädern im Kreis, Fernseher werden entführt, eingegraben oder im Kiesteich versenkt; es wird gekämpft, gelacht, verfolgt. Nichts macht wirklich Sinn – außer dem Versuch, diese traumlogisch fabulierenden Filmsequenzen noch weiter zu verwirren: Der disparate Loop wird in weitere Unterloops unterteilt, zwischen denen der Betrachter auf einem Splittscreen hin- und herwechseln kann. Diese können wiederum zu Mini-Loops und „Kratzern“ kurzgeschlossen oder über eine Fast-Forward-Taste bis an die Schmerzgrenze beschleunigt werden.
    „Choose 1“ zu einer sinnstiftenden Erzählung zu fügen, käme einer endlosen, in sich selbst kreisenden Odyssee gleich, die in der Video-Installation „Suche“, 1999, vorweg genommen scheint: in einem Video-Loop läuft ein Mann mit einer Taschenlampe treppauf-treppab, ohne je vom Fleck zu kommen. Der hinter der Leinwand platzierte Projektor wirft sein Bild über einen gegenüber angebrachten Spiegel so auf sich selbst zurück, dass die Taschenlampe, mit der Jeep im Film das ansonsten dunkle Treppenhaus erleuchtet, immer an derselben Stelle verharrt: Dem Projektionsloch in der Leinwand. Der Lichtstrahl des Projektors und jener der Taschenlampe fallen so in eins und lassen die Grenzen von Fiktion und Realität unscharf werden.

    Stefan Jeep / Ho-Yeol Ryu
    14.04.2007 – 13.05.2007
    Besucherinformationen:presse/2245_pressetext_PM_JeepRyu.pdf
    Katalog:Informationen und Bestellmöglichkeit
    Unterstützt durch:STIFTUNGKUNSTFONDS
    Arts Council Korea
    Karin und Uwe Hollweg Stiftung Bremen
    Gefördert aus den Mitteln des Landes Niedersachsen
    Der Kunstverein Hannover wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt institutionell gefördert.

    Begleitveranstaltungen zu dieser Ausstellung.




    Julie Mehretu


    10. Februar - 01. April 2007

    Die Gemälde und Zeichnungen Julie Mehretus (*1970) sind gleichermaßen emotionale wie analytische Bildwelten. Sogartige Strukturen, die zwischen Gegenstand und Abstraktion eine labyrinthische Dynamik entwickeln. Die Bilder Mehretus sind energetische, unübersichtliche Motivcluster, die in ihren Linienstrudeln höchst sinnliche Turbulenzen entstehen lassen.
    In ihrem Werk führt die in New York lebende äthiopische Künstlerin am Computer generierte Modelle, gestische Zeichnungen und farbige geometrische Formen zusammen. Zwischen Fiktion und Realität werden unterschiedliche Erfahrungen, kulturelle wie biografische Einflüsse ästhetisch vermittelt, die ebenso kollektiv wie persönlich imprägniert sind. Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familie, Dokumenten und Zeitungsmeldungen über Migration und Krieg entwirft Mehretu visionäre Strukturen und suggestive Bildwelten. Ihr vielschichtiges Bildvokabular bedient sich dabei einer heterogenen Vielzahl von Vorlagen – architektonische Zeichnungen, Flughafengrundrisse oder Stadtpläne – und verwendet Versatzstücke von Graffitis oder Comics ebenso wie Tattoos. Im dynamischen Überlagern und Verdichten entstehen vielschichtige, unüberschaubare Räume zwischen Malerei und Zeichnung, in denen historische und fiktive, individuelle wie politische Landschaften eruptiv expandieren und implodieren.
    In ihren neuesten Arbeiten verzichtet Mehretu erstmals auf die Verwendung vorgefertigter Elemente zugunsten einer freien Gestualität, die sie in großformatigen Wandzeichnungen nochmals steigert. Mit der Inszenierung verschiedener Medien und Formate intensiviert die Künstlerin die den Einzelarbeiten eigene energetisch-sogartige Dynamik, die ihre Bilderfindungen zu Recht zu einer spannenden Schnittstelle von surrealistischer ‚Ecriture automatique’ und barockem ‚Horror vacui’ macht.
    Julie Mehretu hat unter anderem an der Istanbul Biennale 2003 und der Whitney Biennale 2004 teilgenommen, ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1995 unter anderem im P.S.1. Contemporary Arts Center, New York, im Museum of Modern Art New York und im Walker Art Center, Michigan, gezeigt. Zu der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Museo der Arte contemporáneo in Léon und dem Louisiana Museum in Humlebaek organisiert wurde, erscheint ein Katalog und eine Edition.

    Julie Mehretu
    10.02.2007 – 01.04.2007
    Besucherinformationen:presse/2243_PM_Julie_Mehretu.pdf
    Katalog:Informationen und Bestellmöglichkeit
    Edition: Julie Mehretu, Refuge, 2007
    Unterstützt durch:Niedersächsische Lottostiftung
    Gefördert aus den Mitteln des Landes Niedersachsen
    Der Kunstverein Hannover wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt institutionell gefördert.

    Begleitveranstaltungen zu dieser Ausstellung.




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