Während der Zeit vom 16.03. bis zum 07.05. konnten wir unsere Räumlichkeiten leider nicht für Sie öffnen, daher brachten wir den Kunstverein Hannover so gut es geht zu Ihnen. Unsere Ausstellungsräume sind nun wieder geöffnet, sodass Sie das Rahmenprogramm wie üblich hier finden können.

Unter dem Titel »Mit Abstand am besten« haben wir Ihnen wöchentlich neue Inhalte zu unterschiedlichen Künstler*innen präsentiert, die bereits jetzt oder aber schon bald eine Geschichte mit dem Kunstverein verbindet. Ausblicke auf die Zeit nach dem Ausnahmezustand, zum Beispiel im Rahmen von Kurzinterviews werden ergänzt von Rückblicken auf vergangene Ausstellungen. Natürlich steht Ihnen auch weiterhin das Material zur Ausstellung »Beyond the Black Atlantic« zur Verfügung. Unter »Kontaktlos Kunst« finden Sie unser digitales Vermittlungsprogramm.

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Thema vom 20. bis 26. April: Preis des Kunstvereins

Der Kunstverein Hannover vergibt zusätzlich zu seinem Ausstellungsbetrieb ein Residenzstipendium: »Preis des Kunstvereins«. Zwei Künstler*innen bekommen für ein Jahr und ein*e Künstler*in für zwei Jahre die Chance, in der »Villa Minimo« zu leben und zu arbeiten. Bereits seit 1983 stellt die Firma Gundlach die Immobilie in der List zur Verfügung. Das Stipendium wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover ermöglicht. Vom 20.06. bis zum 26.07.2020 zeigen wir voraussichtlich die neue Ausstellung unserer Stipendiat*innen Isabel Nuño de Buen, Julian Öffler und Lukas Zerbst.

Isabel Nuño de Buen
Isabel Nuño de Buen hat an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert, sie erhielt das zweijährige Förderstipendium Niedersachsen. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch ihre Nähe zur Architektur als solcher und der Architektur als Ausdruck von Zivilisation aus. Dabei sind nicht nur in den Arbeiten selbst architektonische Anleihen erkennbar, sondern die Objekte greifen auch ortsspezifische Gegebenheiten des Ausstellungsraumes auf und treten so in ein Verhältnis zum/zur Betrachter*in im Raum, in dem sich schier endlose Möglichkeiten und Blickwinkel bieten. Im Rahmen unseres digitalen Programms »Mit Abstand am besten« hat sie uns einen kurzen Eindruck von ihrem Verhältnis zu Hannover und ihrer Zeit in der Villa Minimo gegeben, diesen finden Sie hier.
Sie schloss 2013 ihr Diplom ab und konnte sich bereits international beweisen, so zum Beispiel 2018 im Australian Center for Contemporary Art in Melbourne sowie 2015 in der Galerie Kurimanzutto in Mexiko-Stadt.

Julian Öffler
Julian Öfflers Arbeiten thematisieren nicht selten den Kunstbetrieb. »State of the Art« zum Beispiel ist eine Videoarbeit des Bremers, die genau das abbildet: den Zustand der Kunst. Durch den Kommentar zur Kunstwelt gibt er gleichzeitig ein ironisches Statement über sich selbst ab, ist er doch Teil davon. Ausgeburten des digitalen Wandels dienen ihm dabei als Inspiration und Werkzeug zugleich. Seien es die sozialen Medien oder diverse Google-Dienste: Öffler sucht den künstlerischen Nutzen der Datenkraken und findet ihn an unerwarteten Orten, zum Beispiel beim vermeintlichen Besuch populärer Orte, an die er jedoch nur virtuell und niemals physisch gereist ist.
Julian Öffler erhielt das einjährige Nationale Nachwuchsstipendium.
Er studierte an der Hochschule für Künste in Bremen und schloss sein Diplom im Jahr 2015 mit Auszeichnung ab. Er erhielt 2014 den Videokunst-Förderpreis Bremen.

Lukas Zerbst
Lukas Zerbst, der mit dem einjährigen Nachwuchsstipendium ausgezeichnet wurde, lebt derzeit in Paris. Nach Ablauf seiner Residenzzeit in Hannover hat er ein dreimonatiges Stipendium der Cité international des arts in Paris erhalten.
Teil seines Œuvres sind neben performativen Elementen gleichermaßen raumspezifische Installationen, wie zum Beispiel 2018 in der 88. Herbstausstellung zu sehen. »Ékleipsis«, war ein dunkler Schatten, der begleitet von einem dröhnenden Sound in unregelmäßigen Abständen die Decke des großen Oberlichtsaals im Kunstverein Hannover verdunkelte, sodass die Betrachter*innen regelmäßig in ihrer Rezeption irritiert wurden. Interventionen im institutionellen und im öffentlichen Raum, ebenso wie Videoarbeiten und Performances sind die Medien, mit denen Lukas Zerbst arbeitet. Wie sich das äußert und in welchen Themengebieten er sich bewegt, hat er uns in einer Videobotschaft erzählt, die Sie hier anschauen können. Dabei wirft er auch einen Blick zurück auf sein Jahr in der Villa Minimo und zeigt, woran er dort gearbeitet hat.
Zerbst hat sein Studium an der Hochschule für Künste in Bremen 2017 mit Auszeichnung abgeschlossen, er erhielt 2019 den Bremer Förderpreis für Bildende Kunst.

Thema vom 13. bis 19. April: ProjektKLUB

In diesem Jahr probieren wir mit dem »Zwischenspiel« ein neues Format aus. Mit dem »Zwischenspiel« möchte der Kunstverein Hannover aktuelle Strömungen der Kunstszene Hannovers sichtbar machen. Die großzügigen museal anmutenden Räumlichkeiten des Kunstvereins werden hierfür einmal nicht in Form einer Ausstellung, sondern vielmehr projektartig bespielt.
Das erste »Zwischenspiel« bestreitet im kommenden Herbst das in Hannover beheimatete Künstler*innenkollektiv »ProjektKLUB«, welches sich im Jahr 2018 gegründet hat und u. a. aus Künstler*innen aus Braunschweig, Hannover und Bielefeld zusammensetzt. ProjektKLUB beschäftigt sich mit der Idee der Zusammenarbeit selbst: Der künstlerisch verstandene Begriff »KLUB« beinhaltet, dass man nicht auf bestimmte Personen oder Orte festgelegt ist, sondern aus einer hybriden Struktur Projekte realisiert. Im Fokus stehen Impulse, die zu Kooperation und die dadurch initiierte Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen zur künstlerischen Praxis führen.
Für »Mit Abstand am besten« haben sie erzählt, was »ProjektKLUB« ausmacht und wie die Idee entstand.

Thema vom 6. bis 12. April: Aktuelle Stipendiat*innen des Kunstvereins Hannover

Wie leben und arbeiten Künstler*innen derzeit? Der Kunstverein Hannover betreut neben dem Ausstellungsbetrieb noch ein Residenzstipendium: »Preis des Kunstvereins«. Aktuell leben und wohnen zwei Stipendiat*innen, und zwar Luise Marchand und Till Wittwer in der »Villa Minimo«, einem Hinterhaushaus im Stadtteil List. Bereits seit 1983 stellt die Firma Gundlach diese Immoblie zur Verfügung. Das Stipendium wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover ermöglicht.
Wir haben mit den beiden Künstler*innen in der Villa Minimo geprochen. Luise Marchand (*1987) hat in Leipzig u.a. bei Peter Piller studiert und ist für ihr Stipendium Anfang des Jahres von Berlin nach Hannover gezogen. Till Wittwer, ehemals Student bei Hito Steyerl in Berlin, hat bereits Anfang 2019 sein Wohnatelier in der Villa Minimo bezogen und arbeitet derzeit an einer Gesprächsreihe, die eigentlich im April starten sollte. Speziell für uns haben die beiden Künstler*innen unsere Fragen beantwortet um Ihnen Einblicke in ihre Arbeit zu gewähren!

Till Wittwer
Till Wittwer ist der aktuelle Preisträger des Förderstipendiums Niedersachsen. Wittwers Œuvre reicht von Lecture Performances über Essays bis hin zu Filmen und Spielen. Seine Zeit in der Villa Minimo hat ihn inspiriert, sich dem für ihn neuen Medium des Hörstücks zu nähern. Noch in diesem Jahr beginnt Till Wittwer seine sechsteilige Gesprächsreihe »Fabrikanten der Wirklichkeit«, in der er mit unterschiedlichen Gästen die Schnittmenge von Fiktion und Wirklichkeit thematisieren wird. Diese Gespräche werden von weiteren Recherchen ergänzt und schließlich zu einem Podcast zusammengefügt werden. Erste Inhalte hat er in seinen Antworten verraten.
Weitere Informationen zu Wittwers Arbeiten finden Sie auf seiner Website.

Luise Marchand
Das einjährige Nationale Nachwuchsstipendium ging an die vor allem fotografisch arbeitende Luise Marchand. Sie thematisiert in ihrer Arbeit das Spannungsverhältnis zwischen der Gesellschaft und der Macht der Medien, ihre Hochglanzaufnahmen erinnern zum Teil fast schon an digitale Benutzeroberflächen. Die Zeit der Isolation ist bei ihr allerdings von einer zunehmenden Nähe zur Natur geprägt. Dazu sagt sie: »Durch den Garten der Villa und den benachbarten Stadtwald Eilenriede sehe ich mehr Gras als Beton, mehr Bäume als Menschen. Ein Zustand, den ich das letzte Mal als Kind erfahren habe.«

Weitere Informationen zu unseren Stipendien finden Sie hier .

Thema vom 30. März bis 5. April: Timm Ulrichs

Anlässlich des 80. Geburtstags von Timm Ulrichs werfen wir einen Blick auf verschiedene Etappen der vergangenen Jahre. Timm Ulrichs ist nicht nur einer der bekanntesten Künstler unserer Stadt, sondern sicher auch jemand, der gerne selbst das Wort ergreift, um das Kunstgeschehen in Hannover und in der Welt zu kommentieren. Er ist für uns zudem ein sehr wichtiger Zeitzeuge und aktives Mitglied des Kunstvereins, dem er nicht zuletzt auch durch seine stetige Kritik kontinuierlich verbunden blieb. An die umfangreiche Retrospektive »Betreten der Ausstellung verboten! – Werke von 1960 bis 2010«, die gemeinsam mit dem Sprengel Museum entstand, sowie an einige Editionen des Totalkünstlers möchten wir erinnern.

Thema vom 23. bis 29. März: Jon Rafman

2020 werden wir im Kunstverein Hannover eine umfangreiche Einzelausstellung von Jon Rafman (*1981) realisieren. Wie kaum ein anderer Künstler thematisiert Rafman die Abhängigkeit der Menschheit von modernen Technologien bis hin zur Besessenheit vom Internet. Seine Arbeiten befassen sich mit den Möglichkeiten und zugleich mit den Abseitigkeiten des Internets, das ja bekanntlich aus unterschiedlich konsumierbaren schwarzen und anderen Netzen besteht. Rafman greift die Sprache von Computerspielen und Second Life Realitäten auf, er verfremdet, überspitzt und persifliert Charaktere, die er in sogartige, filmische Flüsse überführt. Einzelne Kapitel gleiten in der filmischen Struktur ineinander über und werden aufgelöst, ein Bild ergibt das nächste. Für seine Einzelausstellung im Kunstverein entstehen neun Raumsituationen, die die Besucher*innen mitnehmen werden auf eine Reise in die Vielschichtigkeit virtueller Welten. Jon Rafman gilt international als einer der wichtigsten Vertreter von Künstler*innen der sogenannten »Post-Internet«-Protagonist*innen, die sich mit Fragen des »Posthumanen« befassen.
Der Künstler hat uns für unsere aktuelle Aktion »Mit Abstand am besten« Videoclips aus seinem neuesten Werk, das er kontinuierlich weiterentwickelt, zur Verfügung gestellt. Wir haben einige Fragen an ihn gerichtet, die Sie hier zusammen mit seinen Antworten nachlesen können.
Die Ausstellung des Kanadischen Künstlers Jon Rafman im Kunstverein Hannover ist Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2020. Sie wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada. Die Direktorin des Kunstvereins Hannover, Kathleen Rahn stellt zu dieser Rolle Kanadas Fragen an Katharina Fichtner, Kulturattachée der Botschaft von Kanada in Berlin.

Thema vom 16. bis 22. März: Slavs and Tatars

Erinnern Sie sich an »Sauer Power« von Slavs and Tatars?
Slavs and Tatars bauen ihre Arbeit auf drei Säulen auf. Neben den Ausstellungen gehören dazu Lecture Performances wie auch Künstler*innenbücher. Das vorherrschende Thema sind Sprachen, sprachliche Eigenheiten und Sprache als verbindendes Element. Im Vorwort zur Publikation »Wripped Scripped« heißt es »Was trennt, verbindet auch oft und führt zusammen.«. Dieser Gedanke ist grundsätzlich ein schöner und gerade jetzt von weitreichender Bedeutung.

»Wripped Scripped« ist zur Ausstellung »Sauer Power« in Kooperation mit dem Albertinum Dresden entstanden. Bei uns war das Künstler*innenbuch schnell vergriffen, doch möglicherweise erinnern Sie sich noch: Slavs and Tatars möchten ihre Inhalte jedem und jeder zugänglich machen, daher sind ihre Künstler*innenbücher auch online verfügbar.

Isabel Nuño de Buen »Codex«, 2019
Isabel Nuño de Buen »Codex«, 2019
Julian Öffler »#insidethewhitecube«, 2018
Julian Öffler »#insidethewhitecube«, 2018
Lukas Zerbst »Wendetreppe«, 2019
Lukas Zerbst »Wendetreppe«, 2019
ProjektKLUB Organigramm
ProjektKLUB Organigramm
Till Wittwer, Recherche-Still »Fabrikanten der Wirklichkeit«, 2020
Till Wittwer, Recherche-Still »Fabrikanten der Wirklichkeit«, 2020
Luise Marchand, Stillleben, 2020
Luise Marchand, Stillleben, 2020